Wie wirkt Storytelling im POS-Marketing?

2019-06-07 –

Gute Stories bilden die Identität von Produkten – doch wie transportiert man sie am Point of Sale? Der STI Group-Workshop „Storytelling am POS“ gab Start-ups, Markenartiklern sowie Experten aus Handel, Agentur und Marktforschung am 3. und 4. Juni 2019 in Berlin ein inspirierendes Forum zum Austausch.

Von Start-ups kann man einiges lernen: einfach mal alle duzen, sich offen und unbefangen in neues Terrain wagen und Fehler als Chance begreifen, um sich weiterzuentwickeln. Und noch vieles mehr, wie die Gründerinnen von bergtau Natural Foods, Edamama Foods und das Melitta-Start-up 10x Innovations im Food Tech Campus in Berlin Moabit bewiesen. In dem von EDEKA gehosteten Start-up-Campus stellten sie zum Start des STI Group-Workshops „Storytelling am POS“ die Geschichten ihrer jungen Unternehmen vor. Die Stories – so verschieden wie die Gründer, Produkte und ihre Herausforderungen selbst – haben dabei eines gemeinsam: Egal ob TK-Smoothie-Mischung, Nudeln auf Bohnenbasis oder hoch koffeinierter Kaffee-Shot – das Storytelling im Handel sehen alle Gründer als Schlüssel zum Erfolg ihrer Produkte im Handel.

Bad retail is dead. Good retail is customer-obsessed.

Der Start-up-Spirit war auch am zweiten Workshoptag spürbar. Weiter ging es im Herzen von Kreuzberg in das von Design-Experte Ayhan Yuruk gestaltete Retail Experience Lab. Was macht eine gute Story aus? Diese Frage zog sich durch den kompletten Tag, die Antworten darauf waren vielschichtig. Technologie spielt sicherlich eine große Rolle, um eine Story zu transportieren, außerdem Gefühle und Erfahrungen. Doch kommt sie auch beim Shopper an? Andreas Milk begeisterte mit der Vorstellung seines Food Research & Innovation Labs in Form eines mobilen Food-Trucks. Gemeinsam mit Kunden und seinem Team entwickelt er Produktdesigns und -verpackungen agil, sein Team entwirft schnelle Konzepte und verprobt die Prototypen unmittelbar mit Konsumenten, um die Designs und Verpackungen direkt am nächsten Tag weiterzuentwickeln – bis hin zum launchreifen Produkt, das bereits Shopper-erprobt ist. Getestet wird direkt im Truck, der vor verschiedenen Märkten platziert wird.

 

SHARE – Teilen muss man mitteilen

Als Marke bringt SHARE alles mit, was man für gutes Storytelling braucht – und mehr. Denn hinter SHARE steckt nicht nur eine gute Geschichte, sondern echte Überzeugung: durch den Kauf eines SHARE-Produkts spendet das junge Unternehmen ein gleichwertiges Produkt an Bedürftige. Ein erklärungsbedürftiges Konzept und damit eine Herausforderung für seine Präsentation im Handel. Dass es erfolgreich funktioniert, beweist die junge Marke durch ihren Erfolg – von der Gründung 2017 bis heute hat sie 6 Produkte in verschiedenen Varianten gelauncht und ist deutschlandweit in dm-Märkten und bei REWE gelistet. Für die Kommunikation der Ideen an den Verbraucher spielen Displays eine zentrale Rolle.

Die Verbindung von Werten, Kultur und Shopper-Marketing

Warum Geschichten besonders gut funktionieren und Marken langfristig erfolgreich machen, hat viel mit der menschlichen Psychologie zu tun. Pola Zügge, Dozentin für Kulturpsychologie an der Business School Berlin, stellte den Zusammenhang von Werten und Kultur zu guten Werbebeiträgen her. Erkenntnisse aus dem Bereich Neuromarketing bildeten die Basis für den Vortrag von Claudia Rivinius, die anhand vieler Praxisbeispiele deutlich machte, welchen Einfluss beispielsweise Formen, Farben und Gesichter auf den Erfolg von Kampagnen haben.