Wellpappe ohne Borax

Bei der Herstellung von Wellpappe gelten Bor-Verbindungen im Leim bis heute als unverzichtbare Hilfsstoffe, um optimale Klebeeigenschaften zu erzielen. Jetzt hat die STI Group als eines der ersten Unternehmen der Branche eine Leim-Rezeptur entwickelt, welche ohne Borax oder ein anderes Derivat (Ersatzstoff) auskommt.

Stärke, Wasser, Natronlauge: das sind die Zutaten für den Leim, der im Stammwerk der STI Group in Lauterbach seit Anfang des Jahres eingesetzt wird. Borax kommt in dieser Rezeptur nicht mehr vor. Nach umfangreichen Tests kann nun in der Produktion ganz auf den Stoff verzichtet werden, den die EU-Chemikalien-verordnung REACH als besonders besorgniserregend deklariert hat.

Die STI Group handelt damit im Sinne ihrer Kunden und hat sich die Entwicklung einer umwelt- und gesundheitlich unbedenklichen Wellpappen-Verklebung zum Ziel gesetzt. Obwohl der meldepflichtige Anteil für Borax von 0,1 Prozent in der Verpackungs- und Displayproduktion der STI Group niemals auch nur annähernd erreicht wurde, will das Unternehmen den Stoff an allen Standorten komplett aus der Produktion verbannen.

Borax durch eine andere Chemikalie zu ersetzen war für die Lauterbacher Verpackungsexperten keine Lösung. Stattdessen testete das Consulting-Team unter Leitung von Hartmut Greb, das in der STI Group Prozessinnovationen vorantreibt, immer wieder neue Leim-Rezepturen. Mit dem Ergebnis können das Unternehmen und seine Kunden jetzt mehr als zufrieden sein.

Weniger Inhaltsstoffe, besser in der Produktion

Ein positiver Nebeneffekt der neuen Rezeptur: Der Leim besitzt sogar bessere Prozess- und Verarbeitungseigenschaften als die ursprüngliche Rezeptur. Die geänderte Strukturviskosität wirkt sich günstig auf den Leimauftrag aus. „Besonders positiv ist, dass wir keine Abstriche in der Prozessgeschwindigkeit machen müssen“, so Greb.

Bis zum Jahresende soll der Stärkeleim in allen Werken der STI Group auf die neue, borax-freie Rezeptur umgestellt werden. „Die größte Herausforderung erwartet uns bei den Hochleistungsmaschinen, da diese besonders sensibel auf Veränderungen der Produktionsparameter reagieren“, erklärt Greb. „Unser Team ist zuversichtlich, auch hierfür eine Lösung zu finden.“