Ich bin mal kurz da!

Sie poppen unerwartet auf und sind nach wenigen Tagen wieder weg: Pop-up-Stores. Die kreativen Verkaufsräume waren lange ein Verkaufsinstrument unbekannter Designer, doch immer mehr Markenartikelhersteller nutzen das neue Format, um ihre Marken zu inszenieren. 

Der Pop-Up-Store verbindet dabei die Inszenierung der Marke mit der zeitlichen Begrenzung ihrer Verfügbarkeit, was sie besonders attraktiv macht. Früher waren es fahrende Händler auf Jahrmärkten, die dem Verbraucher das Gefühl gaben, etwas zu verpassen, wenn sie nicht sofort zugreifen – zumal die Chance auf den Kauf sehr schnell vorüber war.

Mit „jede Woche eine neue Welt“ hat Tchibo die Idee perfektioniert und war Vorreiter in puncto zeitlich begrenzter Verfügbarkeit. Die Discounter haben die Grundidee mit Aktionswochen aufgegriffen. Als Verbraucher hat man angesichts langer Schlangen an den Aktionstagen bereits lange vor der Ladenöffnung das Gefühl, etwas Wichtiges zu verpassen, wenn man hier nicht dabei ist. Heute gibt es die kreativen Verkaufsformate für nahezu jedes Produkt – von Gummibärchen über Mode bis hin zu Elektrogeräten oder Kosmetika. Das „Bikini Berlin“ ist ein exzellentes Beispiel dafür, wie dies in der Praxis funktionieren kann, denn die 25 „Boxen“, die das Herz der Pop-up-Mall darstellen, sind komplett ausgebucht.

Die Vergänglichkeit ist dabei ein wichtiger Teil des Konzepts, denn es beeinflusst die Art und Weise, wie Kunden kaufen und Produkte wahrnehmen. Unter Zeitdruck kaufen Besucher nach Aussage von Wolf Wagner, Handels- und Konsumgüterexperte des Beratungsunternehmens Ernst & Young 20 bis 30 Prozent mehr – und sind unter Umständen auch bereit, tiefer in die Tasche zu greifen. „Das Ziel ist es ganz klar, in Richtung „sexier und hipper“ zu gehen“, so Wagner.

Auch innerhalb von Supermärkten und Einkaufszentren gibt es das Phänomen der Pop-Up- Stores im Kleinformat – in Form von Displays. Werden diese beispielsweise zum Schulstart, Muttertag oder auch zum Oktoberfest zu Themenwelten zusammengefasst, so ist auch dieses Angebot perfekt inszeniert und zeitlich limitiert.

Kreative Verkaufsfläche: Biniki Berlin Pop-up Store

Das Bikini Berlin beheimatet 25 Pop-up Stores. Die Boxen können wochen- oder monatsweise gemietet werden.



Pop-up Stores: Saisonthemen sind bei vielen Einzelhändlern fest in dem Ladenlayout verankert

Die Fußball-WM 2014 war für viele Händler Anlass, saisonale Präsentationsflächen und damit Mini-Pop-up-Stores zu schaffen.



Pop-up Store für wechselnde Produkt aus der Region

Unter der Überschrift "Heimat Hessen" bietet EDEKA-Händler Scheck in Frankfurt wechselnde Produkte aus der Region.